Montag, 6. Juli 2015

Wettkampfbericht Ironman Frankfurt

So, nun gibt’s den Wettkampfbericht zum Ironman Frankfurt 2015!
Bevor ich nun mit dem Bericht anfange, erstmal ein paar dankende Worte:
Ich möchte zu allererst mich bei meiner Freundin Dorothee bedanken oder manchmal passt das Wort entschuldigen besser, dass Sie so viel Verständnis dafür hat, was und wie ich das Ganze tue, glaube mir, ich weiß das zu schätzen! Und ich denke ja, dass Du mit solchen Tagen dann auch irgendwie belohnt wirst und v.a. mit dem, was im Oktober ansteht!
Danke an den Meistertrainer oder Chefcoach GerhardJ. Was wir da dieses Jahr schon gemeinsam an Form aus mir rausgeholt haben, ist genial, und wir wissen beide, dass an einem perfekten Tag gestern eine ganz andere Zeit da gestanden hätte;-). Aber wir haben in Hawaii ja auch noch was vor;-).
Tausend Dank an meine Eltern, dass sie mich in jeglicher Hinsicht bei der Ausübung meines Sportes unterstützen und mir mehr als einmal in letzter Zeit den Rücken freigehalten haben, wenn es Kleinigkeiten zu erledigen galt!
Danke an mein Special Needs-Team an der Laufstrecke Marcel und Phillipp Barth, Ihr habt das perfekt gemacht!
Danke Martin H., dass Du die wieder an der Strecke warst und v.a. danke für so manche Training Einheit, jetzt geht’s über Wiesbaden nach Hawaii;-)J
Danke Schwimmcoach Harald. Was wir im Winter und in letzter Zeit trainiert haben, war hart, aber hat richtig Spaß gemacht. Cool, dass Du auch an der Strecke warst!
Danke allen anderen SC Neukirchen Mitgliedern an der Strecke, dass Ihr einen so über den Kurs gepusht habt, ich hab mich auf jeder Runde gefreut bei euch vorbei zu kommen!
Ebenfalls noch danke an Torsten Frech und Tim Stutzer, die mich auf der Laufstrecke immer nochmal gepusht haben bzw. Torsten, danke, dass Du mit der Gießkanne mit Eiswasser für die Abkühlung gesorgt hast;-). Und danke an alle anderen!!!
Zu guter Letzt ein Dank an diejenigen, die dafür sorgen, dass die Ausübung dieses Sportes in dieser Form für mich möglich ist: Meinen Sponsoren und Arbeitgebern!!!

Wie bereits erwähnt war seit November 2014 bzw. seit meinem enttäuschenden Rennen auf Mallorca im September 2014 alles auf den 05.Juli 2015 ausgerichtet! Wie regelmäßige Blogleser wissen verlief der Vorbereitung ohne größere Schwierigkeiten und sämtliche Wettkämpfe waren eigentlich mit einem zufriedenstellenden-guten Ergebnis! Die letzten Wochen seit dem Ironman 70.3 St Pölten konnte ich mich im Training noch einmal eine Ecke steigern und die Formkurve auf den Höhepunkt bringen.
Die letzte Woche vor dem Wettkampf verlief bis Donnerstag recht gut, ehe ich mich ab Donnerstag irgendwie nicht so wohl fühlte. Die letzten Trainingseinheiten am Freitag-und Samstagmorgen fielen mir ungewohnt schwer. Beim Aufstehen am Wettkampfmorgen war das Gefühl jedoch recht ordentlich, so dass der Tag beginnen konnte! Um 4.00 ging‘s gemeinsam mit Vereinskollege David und Anhang mit dem Shuttle an den Langener Waldsee. Dann das Vorwettkampfprogramm und dann 6.50 war es endlich soweitJ. Startschuss der 1. Startwelle mit mir mittendrin;-). Gleich von Beginn an war das Wassergefühl recht gut und ich kam schnell in meinen Rhythmus. Zwischendrin wurde es kurzzeitig etwas enger, aber so nach und nach schwamm ich mich immer mehr frei und konnte Platz um Platz gut machen und so entstieg ich dem Wasser nach 53min56sek als erster meiner Altersklasse und recht weit vorne in einer Startgruppe. Für ein Schwimmen ohne Neo eine recht gute Zeit, wenn man bedenkt, wie mir von den Zuschauern erzählt worden ist, dass meine Startgruppe nahezu komplett sich ca. 150m verschwommen hat… Auf dem Rad konnte ich gleich zwei Plätze gut machen und dann begann der einsame Teil des Tages! Nahezu 180km lang war ich auf mich allein gestellt. Vereinzelt habe ich noch einmal ein paar langsamere Profiathleten eingesammelt, ehe ich dann bei ca. KM 130 die Führung im Agegroupfeld übernehmen konnte. Schon von Beginn an merkte ich, dass der Tag heute am Rad nicht so leicht werde würde, ich tat mich schwer die angestrebten Wattwerte zu treten und so recht wohl fühlte ich mich nicht. Erst bei ca. KM 70 kam ich so langsam in Fahrt und als ich dann mal mitgeteilt bekam, wie sich so die Abstände nach vorne und hinten entwickeln, wusste ich immerhin, dass es den anderen auch nicht so gut geht. Mitte der 2. Runde nach der Kopfsteinpflasterpassage lösten sich dann auch noch die Extensions an meinem Aerolenker, so dass ich neben sinkenden Wattwerten auch noch das Lenkerproblem hatte. Erst fuhr ich damit weiter, jedoch war mir das auf Dauer zu nervig und zu wackelig, so dass ich bei ca. KM 150 am Streckenrand beim Bikeservice-Wagen anhielt und mir das Ganze wieder fixieren ließ. Dann ging’s auch gleich wieder besser, ehe es mir auf den letzten 15KM auf der Radstrecke richtig schlecht ging. Mir war schlecht, leicht schwummerig und mein Puls sackte ab, so dass ich nur noch bedacht war erstmal in die 2. Wechselzone zu kommen. Nach eher schwache 4std51min Fahrzeit stellte ich mein Rad ab, wie ich jetzt noch laufen sollte, wusste ich zunächst nicht und musste mich im Wechselzelt erstmal sortieren und in Ruhe meine Socken anziehen. Ich lief los und plötzlich waren die Beine locker, die Übelkeit war fast weg und der Kopf wieder klar! Nun gut verpflegen und nicht überzocken. Ich lag noch immer in Führung. Zwischendrin war virtuell ein Starter der 2. Startgruppe vor mir, aber das hatte sich auch wieder schnell erledigt, so musste ich also nur diesen Platz verteidigen. Ich fühlte ich noch gut, ehe sich bei KM15 Seitenstiche anbahnten, die mich zur Temporeduktion zwangen und beim KM18 zum Stehenbleiben, Dehnen und ausgiebig verpflegen an einer Verpflegungsstelle. Dann lief ich wieder langsam los und konnte wieder Tempo aufnehmen, zwar langsam, aber immerhin noch schnell genug, um meine Führung zu verteidigen. Ich kam immer besser in Fahrt und so konnte ich gerade die letzte Runde nochmal recht gut durchziehen. 2km vor dem Ziel konnte ich dann den Großteil vom SC Neukirchen abklatschen und mir sicher sein, dass ich das Ding gewonnen habe!
Mit einem 3std15min Marathon konnte ich mir zum 2.Mal nach 2013 den Ironman Europameistertitel der Amateure sichern. Mit einer Gesamtzeit von 9std06min13sek konnte ich zu dem Gesamt 15. und 3. Frau;-) werden. Somit habe ich mir nun ebenfalls zum 2.Mal die Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii im Oktober gesichert!

Abschließend zum gestrigen Wettkampf noch ein Filmzitat, welches mich diesen Tag und die ganze Vorbereitung immer wieder begleitet hat: "You're gonna have to go through hell, worse than any nightmare you've ever dreamed. But when it's over, I know you'll be the one standing. You know what you have to do. Do it."


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