Montag, 29. September 2014

Wettkampfbericht Ironman Mallorca

Nachdem ich mittlerweile etwas Zeit hatte über das Passierte nachzudenken, nun meine Eindrücke vom Ironman Mallorca!
Dass ich von dem Ergebnis enttäuscht bin ist klar. Mein Ziel war es die Hawaii-Quali für 2015 zu holen, eine Sub9-Zeit und einen Platz unter den Top 10 zu holen, nicht mehr und nicht weniger. Die Priorität der Ziele war genauso, wie ich es aufgezählt habe. Die Trainingswerte und die Formkurve bestätigen, dass ich das Rennen mit dieser Erwartung aufnehmen konnte. Die Ergebnisse des Rennens entsprechen meinen Erwartungen, z.B. mein Trainingspartner Martin hat sich mit 9std07min die Hawaii-Quali in seiner Altersklasse geholt (Glückwunsch nochmal!!! und v.a. Danke für die vielen tollen Trainingseinheiten, durch die wir uns gemeinsam gepusht haben!), da ich im Schwimmen 3min schneller war und wir wohl bis zu meiner Panne eine ähnliche Radzeit hatten und die Laufform identisch war, kann man hiermit ja auch erahnen, wo es hingehen hätte können...

Aber genug mit dem "Hätte, wenn und aber"! Anhand der einleitenden Worte kann man nun auch schon einmal näher nachvollziehen, dass Worte wie, "ich weiß, wie es ist, ein Rennen zu haben,bei dem es nicht nach Plan läuft bzw. wenn man nicht alles abrufen kann", mich nicht so wirklich aufheitern, ich hatte in das Rennen andere Erwartungen als 95% der 2500 Teilnehmer auf Mallorca!
Die Vorbereitungen für den Ironman Mallorca liefen ja, wie schon mehrmals berichtet, seit Anfang Juli ohne größere Probleme, das Tapering sorgte für die rechtzeitige und wieder einmal punktgenaue Formzuspitzung (Danke Gerhard!!!). Die 5 Tage Akklimatisation auf Mallorca liefen auch ohne Probleme, auch wenn die Saltin-Diät vor den Wettkampf diesmal die Kräfte sehr hat schwinden lassen,aber am Wettkampftag war ich punktgenau fit, da gibt es keine Ausreden!

Der Schwimmstart erfolgte also am Samstagmorgen um 7.35 als Massenlandstart mit knapp 2500 Athleten, die gut 50 Profis waren vor uns gestartet! Dadurch dass die ersten Meter im Mittelmeer sehr flach verliefen, musste man die richtige Wassertiefe zum Losschwimmen abwarten. Da mir Schwimmtrainer Harald empfohlen hat, sobald wie möglich zu schwimmen, war ich wohl am Wettkampfmorgen etwas zu voreilig und war mal gleich ein paar Meter zu früh dran und griff erstmal in den Meeresboden. Also noch einmal ein-zwei Delphinsprünge ehe ich dann der Masse hinterher schwamm. Nach den ersten Metern, die erstaunlicherweise ohne großes Geprügel abgingen, merkte ich schon, dass mir das Laktat bis zu den Ohrenstand;-). Nun galt es seinen Rhythmus zu finden und die verlorenen Meter nach und nach aufzuschwimmen. So ein wirkliches Wassergefühl und Rhythmus kam auf den ersten 2,5km nicht auf, jedoch merkte ich, dass es nicht so langsam sein konnte, da ich mich nach und nach nach vorne schwamm und immer mehr von den 5min zuvor gestarteten Profis einsammelte. Dann der Landgang, hier das erste Mal eine Orientierung, wo ich lag. Um mich herum war eine Gruppe von 10-15 Leuten, dahinter erstmal eine Lücke und nach vorne war auch Luft! Also weiter ging's und der Rhythmus kam! Ich schwamm an die Spitze meiner Gruppe und konnte mit 1-2 weiteren Athleten eine weitere Lücke reißen. Die 2.kürzere Runde war dann auch schnell vorbei und beim Blick auf die Uhr war ich sehr erstaunt, über eine Schwimmzeit von unter 51min, ohne Neo wohlgemerkt! (Na gut, durch die Passage im flachen Wasser und der wohl etwas kurzen Schwimmstrecke, schreib ich mir das jetzt nicht als Bestzeit auf die Fahne,aber die Bedingungen waren ja für alle gleich und Mallorca ist vom Streckenprofil definitiv keine Strecke für Bestzeiten, außerdem war die Laufstrecke exakt vermessen und die Radstrecke war laut meiner Messung ca. 2,5km zu lang)!
Nun erfolgte der Wechsel auf's Rad. Eigentlich problemfrei: Swim-Suit runter gezogen, Beutel aufgenommen, ins Wechselzelt rein, Compressport Tri Shirt angezogen, ab zum Rad! Als ich jedoch beim Rad angekommen war,merkte ich, dass ich meine Swim-Suit noch an hatte, also schnell aus das Teil und meiner Freundin auf der anderen Seite des Zauns zu geworfen. Sofort waren die Radbeine da und ich machte auf den Weg meine Position weiter zu verbessern! Im ersten flachen Teil der Strecke trat ich locker und ohne Probleme die angestrebten Wattwerte, als es hügeliger wurde investierte ich etwas mehr, aber Bergan kann man ruhig mal etwas mehr Druck machen, da es ja auch wieder bergab geht,wo man die Beine wieder locker bekommt. Gesagt getan! Zum Glück muss ich sagen,hatte ich meinen Wattmesser, da es an manchen Passagen aufgrund schlechten Straßenbelags absolut nicht gerollt ist, so hatte ich eine gute Orientierung, dass ich immer noch voll im Plan liege. Aber wo es hoch geht, geht's auch wieder runter!  Mein Gefühl war immer noch gut und ich war gut im Fahrplan. Was sich nun andeutete, nachdem ich den ersten Wendepunkt passierte, gehört zu den Dingen, die ich bei Triathlonrennen absolut nicht leiden kann. Es bildeten sich Gruppen wie bei Radrennen, wo doch ein Windschattenfahren verboten ist! Und so wurde ich auch bei ca. KM 40 von einer größeren Gruppe überholt, welche dann eine ganze Zeit lang in Sichtweite vor mir für, ehe ich dann meinen Plan über den Haufen warf und ein paar Watt mehr investierte und an die Gruppe heranfuhr, mit der Absicht vorbei und wegzufahren, da die Kampfrichter keine Anzeichen machten die Gruppe durch Zeitstrafen zu sprengen. Und so attackierte ich zwischen KM 60 und 80 mehrmals und versuchte wegzukommen, nur um wenig später wieder eingeholt zu werden. Also beschloss ich wieder, meine alten Plan zu verfolgen und ließ die Gruppe ziehen! Der harte Teil der Radstrecke mit dem Anstieg zum Kloster Lluc ab KM 120 sollte noch kommen und ich wusste, dass ich da schon wieder einige einsammeln kann. Und so war es auch! Nachdem ich mich 40km lang wieder auf mich konzentriert habe und gut verpflegt habe, lief's im Anstieg gleich auch recht rund und ich konnte der Gruppe, zu der ich mittlerweile wieder aufgefahren war, wieder entkommen und fuhr mit 3-4 weiteren Athleten im fairen Abstand den Anstieg hoch! Wir waren gleichzeitig die Spitze im Altersklassenfeld! In der Abfahrt zog sich unsere Gruppe dann etwas auseinander. Als es dann wieder flacher wurde passierte dann bei ca. KM 155 das, wovor ein Athlet eigentlich immer etwas Bammel hat. Ein Schlagloch, ich auf dem Weg nach vorne und darauf bedacht den Abstand nach vorne zu verkleinern, einen Moment nicht aufgepasst, ein Knall, Durchschlag beim Schlauch-Radpanne!!!
Sch...!!! Nun also schnell reagieren, versuchen ansatzweise ruhig zu bleiben und neuen Schlauch montieren! Gesagt, getan, nun nur noch aufpumpen, dann geht's weiter,noch ist noch nichts verloren, auch wenn nun schon einige Athleten vorbeigefahren sind. Beim Aufpumpen passiert dann das eigentlich Unwahrscheinliche: Bei der CO2-Pumpe fliegt das Ventil weg, ohne dass Luft in den Reifen kommt, sch...,sch...,sch... Nun der Versuch von einem anderen Athleten eine Pumpe zu geworfen zu bekommen, wieder vergeht Zeit, letztendlich hält ein Radfahrer, der im Feld mitgefahren ist und hilft mir. Auch hier scheitert der Versuch Luft auf den Reifen zu bekommen. Also nun noch einmal die Ventilverlängerung drauf gemacht!In der Hektik bricht diese mir dann nun auch noch ab, naja, immerhin hab ich noch nen 2. Ersatzschlauch dabei, wie sich dann herausstellt, ist dieses Ventil zu kurz für eine normale Pumpe. Mittlerweile ist eine gefühlte Ewigkeit vergangen und ich bin etwas ratlos, da auch keine Kampfrichter auf dem Motorrad mir sagen können,ob es ein Servicefahrzeug/ eine Pannenhilfe gibt. Also gehe ich zu Fuß zurück zum letzten Ort, auf dem Weg dorthin ist auch die Verständigung mit den nur sehr schlecht englisch sprechenden Streckenposten sehr schwer bzw. unmöglich. Auch der Versuch mit dem Handy eines Streckenpostens meinen Vater zu erreichen wird von dem sehr netten Streckenposten unterbrochen als er merkt, dass ich ne deutsche Nummer gewählt habe (Achtung Ironie!:-P)! Was nun?!? Etwas Glück durfte ich also an dem Tag doch noch haben! Ein auf Mallorca lebender Brite gibt mir von seinem Rad seinen Ersatzschlauch mit passendem Ventil und pumpt mir den Reifen auch noch auf! Nun kann ich also noch finishen! Auf dem Weg zurück zu meinem Rad werde ich dann zumindestens noch von einem Streckenposten auf dem Motorroller mitgenommen und kann nach ca. 60min Reparatur mein Rennen wieder aufnehmen. Nun will ich erstmal nur noch in der 2. Wechselzone ankommen und rolle gemütlich los!

Nach knapp 7 Stunden stelle ich mein Rad ab und laufe den Marathon im geplanten Tempobereich an, wozu mich die SCN-Supportcrew, welche z.T. auch immer wieder an der Radstrecke aufgetaucht war, auch nochmals ermuntert hat bzw. mein Kopf mir auch sagte, dass ich neben dem Finish, was aus meiner Sicht in so einer Situation die Pflicht ist, noch versuchen kann unter 10 Stunden zu bleiben. Dieser Plan ging gute 12km lang auf und dann war recht schnell der Akku leer und ich joggte den Marathon in einem Tempo, wofür ich in 99% der Fälle nicht einmal die Laufschuhe anziehe zu Ende. Gefühlt war dies jedoch ähnlich anstrengend wie ein Marathon im schnelleren Tempo! Und so beendete ich mit einem Marathon von knapp 3std30min den Ironman nach 10std29min05sek!

Hier der Ergebnislink: http://eu.ironman.com/triathlon/coverage/athlete-tracker.aspx?race=mallorca&y=2014#axzz3EeV61Ie7

Weitere Worte gibt's die Tage nochmal, sowie Fotos!

Danke für die Unterstützung vor,während,nach dem Ironman auf Mallorca und natürlich auch in der Vorbereitung Dorothee, Gerhard, Mama& Papa, Martin&Anna, Peter& Ute, Norman& Sabrina, Frank& Katrin, Gerhard K. und nicht zu vergessen die Frauen von Gerhard und Gerhard;-) und natürlich alle SCN'ler und alle die daheim mitgefiebert haben!
Sowie allen Sponsoren und Unterstützern!

Ich hätte das Rennen gerne bei KM 155 nach Plan fortgesetzt!


Samstag, 27. September 2014

Death before DNF!


Bis km 155 auf der Radstrecke lief alles nach Plan,dann Reifenpanne und bei der Reparatur ging alles schief,was schiefgehen konnte...:-( Nach ca.60 min bin ich zur Wechselzone zurück geradelt und noch nen 3,5 std Marathon gejoggt und nach knapp 10,5 std war ich im Ziel.:-(
Mehr Infos die Tage,wenn ich nen klaren Kopf hab...

Freitag, 26. September 2014

Ironman Mallorca -11 Stunden

So,nun ist alles soweit getan,das Rad ist eingecheckt, Verpflegung ist vorbereitet, das Training ist schon lange beendet,jetzt heißt es nur noch warten und ein paar Stunden Schlaf finden!
Ich bin bereit und will morgen ein richtig gutes Rennen abliefern!!!
Daher gute Nacht! Danke fürs Daumendrücken!
Hier der Link zum Liveticker
http://m.ironman.com/triathlon/coverage/detail.aspx?y=2014&race=mallorca&rd=20140927&live=1&rid=2737282#axzz3ELXdriOX
Meine Startnummer ist 610!

Donnerstag, 25. September 2014

Ironman Mallorca -2 Tage

Die Countdown-Uhr tickt immer weiter runter, das Gefühl ist recht gut, das Wetter hat sich gebessert und entspricht den Vorhersagen, meine Startunterlagen habe ich geholt, jetzt sind es nur noch zwei Tage bis zum Saisonfinale und gleichzeitigem Saisonhöhepunkt.
Die Tage verbringe ich jetzt hauptsächlich mit Warten, Relaxen, Füße hochlegen, Carboloading:-P, kurzen Trainingseinheiten und kurzes Bummeln entlang der Promenade von Alcudia bzw. auch über die Ironmanexpo. Heute habe ich mir eine Massage gegönnt, im Anschluss habe ich/wir die Startunterlagen abgeholt und war im Anschluss noch etwas mit meiner Freundin und Martin & seiner Freundin etwas bummeln. Trainiert habe ich natürlich auch;-) - das Wasser ist weiterhin sehr warm (laut Veranstalter sind es momentan 26,4 Grad, mein Gefühl sagt mir, dass es eher wärmer ist), so dass hier auch Kona-Feeling aufkommt, der aufkommende Wind verstärkt das Ganze noch;-). Aber das macht das Rennen gleich nochmal besonderer und auch anspruchsvoller!
Nun werde ich noch mein Rad wettkampffertig machen und dann geht's heute zeitig ins Bett, um noch einmal auszuschlafen,ehe dann die nächste Nacht kürzer wird;-).
Morgen wird dann auch der Rest der Supportcrew des SC Neukirchens eingetroffen sein:-), die Martin und mir dann am Samstag Beine machen wollen/werden!
Bis dahin!

Dienstag, 23. September 2014

Ironman Mallorca -4 Tage

Seit gestern bin ich nun gemeinsam mit meiner Freundin,meinen Eltern und Martin mit Freundin auf Mallorca. Die Anreise verlief zwar etwas unruhig und dauerte, dank eines lang dauernden Bustransfers zum Hotel;-P, etwas länger, aber immerhin sind wir gesund in unserem Hotel angekommen und konnten uns auch unser Apartment so einrichten wie ich es für eine gute Wettkampfvorbereitung brauche.
Das Wetter war die ersten beiden Tage bisher etwas durchwachsen. Am Morgen war es noch schön sonnig und warm, am Nachmittag und Abend zogen dann Regen- und Gewitterschauer über die Insel:-/. Immerhin soll es ab morgen besser werden und trocken bleiben. Für den Wettkampf werden min. 25 Grad erwartet.
Trainingstechnisch liefen die letzten Tage auch recht normal, wobei es da jetzt auch eher nur darum geht dem Körper immer mal wieder einen Reiz zu geben, so dass am Wettkampftag die beste Leistung abgerufen werden kann. In diesem Sinne will ich nun nochmal versuchen,ob ich zwischen nem Gewitter nochmals ins Wasser springen kann;-)

Donnerstag, 11. September 2014

Ironman Mallorca Vorbereitung II

Auch in den letzten fünf Wochen stand für mich das Training und der umfangreichste und intensivste Teil der Ironman-Vorbereitung auf dem Plan und im Vordergrund. Ich muss sagen, dass ich diesen Part auch ohne größere Probleme durchziehen konnte und die Trainingsergebnisse lassen auf ein gutes Rennen auf Mallorca hoffen. Mittlerweile ist die Taperingphase eingeleitet und es stehen nur noch wenige harte Einheiten auf dem Plan, nun gilt es sich den Feinschliff zu holen. Wie sich das Ganze innerhalb der nächsten 10 Tage bis zum Abflug so entwickelt, darüber werde ich noch einmal berichten!